Wie Frollein Laura Herrn Crnjanski (1893-1977) davor rettete, eine dänische Friseurin zu werden

Wie die meisten von Euch wissen, übersetze ich gerade ein dickes Buch aus dem Serbischen ins Deutsche (daher blogge ich auch nicht mehr so oft). Der erste Band der Hyperboreer ist jetzt im Druck und erscheint hoffentlich (!) zur Leipziger Buchmesse [tosender Applaus aus dem Off!]. Eine Anekdote des Korrekturlese-Marathons möchte ich jetzt schon als Spoiler in die Öffentlichkeit schießen.

Der Satz lautete im Original

„Иако сам ја, у Олборгу, учествовао, случајно, само у избору најбоље фризерке у тој вароши, Тиберија сам већ био заволео, и нисам га сматрао за тиранина и блудника. Ништа није случајно у прошлости. Ни то, да сам у Олборгу учествовао у избору најбоље фризерке. Ни то да сам радо ишао у Данску. Ни то да су, у Данској, волели, талијански театар. Ништа није бесмислено у прошлости.“

Ich hatte (ziemlich wörtlich) übersetzt „in Aalborg am Wettbewerb für die beste Friseurin der Stadt teilgenommen“.

Es ist immer gut, einen unvoreingenommenen Leser dabei zu haben. Irgendwann fragte mich Frollein Laura Loeff „ist der Ich-Erzähler eine Frau“? [Brüllendes Gelächter]. Wir wissen bis heute nicht, ob er als Juror, als Modell oder wirklich als Friseurin teilgenommen hat. Da er aber ziemlich sicher keine Transe war, haben wir es jetzt neutral in „dabei sein“ geändert. Im Original steht definitiv „teilgenommen“. Ihr dürft lachen.

In der Vergangenheit ist nichts sinnlos. (M.C.)

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