Tag 2 – Das Buch, das du als nächstes lesen willst

… besser gesagt: das ich schon angelesen habe und kaum erwarten kann, mit den auffliegenden Tauben fertig zu werden, um es dann zu verschlingen:

Ferdinand von Schirach – Verbrechen. Piper, 2009

Seit geraumer Zeit reden in meinem Freundes- und Bekanntenkreis alle ununterbrochen von Schirach (oder sagt man „von von Schirach“?). Ein Kollege übersetzt es sogar schon ins Serbische, obwohl er noch gar kein OK vom dortigen Verlag hat. Ich dachte mir zunächst, na ja, kann man sich ja irgendwann mal ausleihen, aber dann stellte ich fest, dass die Exemplare meiner Nachbarn und Freunde so rasant weiterverliehen wurden, dass ich mich irgendwo ganz hinten hätte anstellen müssen, und so nahm ich neulich, als ich bei Dussmann feststellte, dass das 1. Buch (ich weiß, ich hinke hinterher) als Paperback erschienen ist, eins mit und fand es in der U-Bahn schon so spannend, dass ich es gar nicht mehr weglegen wollte. Es hat ja irgendwie auch was mit meinem Beruf zu tun, da ich vor Gericht dolmetsche, im Gegensatz zum Strafverteidiger muss ich zwar 100% neutral und unparteiisch sein,  aber irgendwie fühlt man ja dann doch mit mit den armen Säuen, für die man da dolmetscht.

Eins fällt im Vergleich zum gestern besprochenen Buch sofort auf: die Sätze sind wunderbar kurz, kaum Nebensätze, eine messerscharfe Sprache, die keine Interpretation zulässt. Ansonsten ist über Verbrechen und Schuld (was ich definitiv sofort im Anschluss lesen will) schon so viel geschrieben worden, dass ich hier wohl nichts mehr sagen muss. Schließlich handelt der heutige Tag ja auch von zukünftiger Lektüre.

Was mich allerdings brennend interessiert, ist, wie Herr von Sch. das mit der Anonymität seiner Mandanten handhabt. Ich meine – Namensänderungen sind eine Sache, aber schon der erste dort geschilderte Fall erscheint mir so singulär, dass es nicht schwer sein dürfte, herauszufinden, wer das war. Wenn ich diese Frage geklärt habe, werde ich hier wohl auch öfter aus dem Gerichts-Nähkästchen plaudern, wobei es bei mir eher um Bagatell-Delikte geht.

 

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